Nächstenliebe – Teil 4 von 4

Wer Gott liebt soll auch seinen Bruder lieben

1 Joh 4,7-21

Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Darin ist unter uns die Liebe vollendet, dass wir am Tag des Gerichts Zuversicht haben. Denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.

Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen

 

Betrachtungsimpulse:

Dieser Text wimmelt nur so vom Begriff Liebe, in all seinen Variationen. Bis hin zur Anrede „Geliebte“. Die Liebe ist das Testament Jesu. Es war sein ausdrücklicher Wunsch vor seinem Tod, dass man seine Jünger daran erkennen soll, dass sie einander lieben. In unserem Text hier wird ersichtlich, das Gott selbst die Quelle der Liebe ist. Denn Gott ist die Liebe. Wenn wir nun meinen, das wir Gott lieben, so der Johannesbrief, muss sich das in unserer Nächstenliebe widerspiegeln. „ Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“ Dieses Wort ist ein Spiegel, der uns ungeschminkt die Wahrheit vor Augen hält, wie es mit unserer Gottesliebe tatsächlich ausschaut. Oder umgekehrt: Wie viele Menschen leben in beeindruckender Hingabe an ihre Mitmenschen, obwohl sie sich selber nicht gerade als praktizierende Christen bezeichnen würden. Es geht um die Liebe. Und die Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten ist eins. Und der Vollständigkeit halber: da gehört auch noch die Selbstliebe dazu. Wagen wir es, immer wieder neu, öffnen wir unsere Herzen, und leben wir Jesu Testament…

* Hat dich ein Satz aus unserem Text besonders angesprochen? Schreibe ihn dir auf und nimm ihn in die kommende Woche mithinein…

* Gott ist die Liebe: Komm zu ihm und lass dich von ihm anschauen mit seinem Blick der Liebe zu dir…

* Wo wünschst du dir mehr Liebe in deinen Beziehungen? In deinem Alltag? In deinen Begegnungen? Überlege dir, wie du diesen Menschen/Situationen konkret mit Liebe begegnen könntest…