Nächstenliebe – Teil 3 von 4

Geh und handle

Lk 10.29-37

Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen

 
Betrachtungsimpulse:

Unser Text schließt an dem Text der letzten Woche direkt an. Und wieder einmal, meine ich, ist das ein Text der sich selbst erklärt. Was will man hier noch großartig auslegen? Jesus selbst hat hier die Nächstenliebe ausgelegt. Uns bleibt die Frage: Wie würde ich in dieser Situation reagieren? Oder, wenn man die ganze Situation in die Heute-Zeit überträgt: Ich bin zu einem Termin unterwegs, vielleicht auch noch knapp dran, und da will jemand etwas von mir – (lästige) Verwandte, Vorgesetzte, Nachbarn, … Wie reagiere ich? Und dann, wie reagiere ich auf Hilfsbedürftige – Bettler, Notleidende, Flüchtlinge…? Allein schon der Gedanke: Rührt mich das Elend anderer an? Kann ich tatsächlich etwas stehn und liegen lassen, um für jemand anderes da zu sein – vielleicht nur um zuzuhören, das Baby zu sitten, im Garten zu helfen?

* Fällt es dir eher leicht oder schwer, für andere da zu sein? Bist du lieber allein? Oder magst du es gerne in Gesellschaft zu sein?

* Gibt es etwas, wo du dich für andere einsetzt? Hilfsprojekte, Treffen und Zusammenkünfte, ehrenamtliche Mitarbeiten… Gibt es etwas, was du schon lange einmal tun wolltest aber noch nicht umgesetzt hast?

* Rede mit Gott über deine Erfahrungen in der Nächstenliebe. Bring ihm deine Verwundungen, feiere mit ihm die schönen Erlebnisse. Bitte ihn um ein offenes Herz…