Kirchweihfest

1 Kön 8,22-23;27-30

Dann trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des HERRN, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: HERR, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben. Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, HERR, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet! Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll! Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet! Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten! Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst! Höre sie und verzeih!

Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen

 

Betrachtungsimpulse:

„Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde?“ frägt König Salomo. Man darf sich das so vorstellen: der König und das Volk haben sich versammelt, um den neuerrichteten Tempel zu weihen. Ein riesen Bau. Ein riesen Fest, zur Ehre Gottes. Und doch ahnt Salomo, dass Gott größer ist, als um in einem irdischen Bauwerk zu wohnen, mag es noch so prächtig sein. Dass Gottes Größe noch all unsere Vorstellungen übersteigt. Dass Gottes Gegenwart etwas ganz anderes ist, als dass wir sie festmachen könnten in einem Wohnsitz für Gott. In diesem Wissen betet Salomo um Gottes Gnade, dass Gott auf uns schauen möge, wenn wir uns versammeln und zu ihm beten; wenn wir uns mit unserer Not und Sorge an ihn wenden; wenn wir einen Ort, einen sakralen Raum aufsuchen, um Gott nahe zu kommen.

Das können wir von Salomo lernen, dass wir Gott größer wissen, als unsere Kirchen. Mögen uns die sakralen Räume helfen, unseren Geist zu sammeln, um dem zu begegnen, der überall gegenwärtig ist und darauf wartet, das wir uns ihm zuwenden (wo auch immer)…

* Wie sind deine Erfahrungen mit sakralen Räumen? Mit Kirchenbauten? Wie geht es dir, wenn du an Kirche denkst?

* Wo erlebst du Gott? Was hilft dir, dich ihm zu öffnen? Was sind deine bevorzugten Orte, um zur Ruhe zu kommen und zu beten?

* Was liegt dir auf dem Herzen? Was möchtest du Gott sagen? Komm mit ihm ins Gespräch – ob in oder außerhalb eines sakralen Raumes…