Erwartung Advent 23

Nimm dir Zeit, auch dieses Gebet zu lesen….​

Gebet in der Stadt am Rande des Klosters
(Ergebnis eines Einkehrtages)

            Jemand muss auf der Hut sein, wenn du kommst,
            jemand muss mit dir rechnen inmitten der Stadt.

            Jemand muss nach dir Ausschau halten
            zwischen Akten und Konferenzen.
            Wer weiß denn schon, wo du auftauchst?
            Jemand muss wachen auf den Fluren dieser Welt.
            Jemand muss dein Ebenbild erkennen in den Kollegen,
            die nichts von dir wissen wollen
            und sie spüren lassen, dass du da bist.
            Jemand muss doch in der Kantine daran denken,
            dass du es bist, der uns am Leben erhält.

            Hoffen ist unser Dienst,
            hoffen für viele.
            Herr, durch unseren Alltag kommst du in die Welt,
            durch unsere Herzen zu denen,
            die ohne Hoffnung leben und es nicht einmal wissen.
            Jemand muss doch für die beten,
            die Glaubende für weltfremde Spinner halten,
            und eine Kerze der Hoffnung entzünden,
            wenn es nichts mehr zu sagen gibt.

            Zu glauben und zu bleiben sind wir da,
            festzuhalten an unserem Wort,
            wenn sich andere alle Türen offen halten, –
            alles auf ein Karte zu setzen
            im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, –
            unseren Kindern Mut zu machen zum Glauben,
            wenn andere alles wissen und kaufen.

            Herr, jemand muss deine Ferne aushalten,
            ohne an deinem Kommen zu zweifeln, –
            dein Schweigen aushalten und doch von dir sprechen, –
            an dir festhalten im Dialog der Religionen, –
            mit anderen und für andere aus dir heraus leben
            und vor allem – dankbar sein.

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