Advent – Teil 1 von 4

Was uns die Propheten zurufen

Jes 63,16b-17.19b;64,3-7

Du, HERR, bist unser Vater, Unser Erlöser von jeher ist dein Name. Warum lässt du uns, HERR, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wir dich nicht fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Erbbesitz sind! Hättest du doch den Himmel zerrissen und wärest herabgestiegen, sodass die Berge vor dir erzitterten. Seit Urzeiten hat man nicht vernommen, hat man nicht gehört; kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen, der an dem handelt, der auf ihn harrt. Du kamst dem entgegen, der freudig Gerechtigkeit übt, denen, die auf deinen Wegen an dich denken. Siehe, du warst zornig und wir sündigten; bleiben wir künftig auf ihnen, werden wir gerettet werden. Wie ein Unreiner sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns zergehen lassen in der Gewalt unserer Schuld. Doch nun, HERR, du bist unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.

Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen

 
Betrachtungsimpulse:

Diese Prophetenworte sind fern aller Adventstimmung mit Zimtduft, Glühwein und Lichterketten. Der Prophet ist schonungslos. Er zeigt auf und prangert an, was wir uns zu schulden kommen ließen. Aber nicht nur: er zeigt auch auf, dass Gott uns Vater ist. Zwei starke Gegensätze werden uns vor Augen gestellt: Ein Weg mit Gott und ein Weg ohne Gott. Somit steht am Anfang unserer Adventszeit eine Entscheidung: Wohin will ich gehen? Wohin bin ich unterwegs, momentan, mit meinem ganzen Leben?

Wir können uns auch fragen: Wie will ich durch diesen Advent gehen? Wie will ich ihn gestalten? Und vielleicht beeinflusst das letztendlich auch meinen weiteren Weg…

* Lass dich von den Worten des Propheten ansprechen. Woran bleibst du hängen? Verweile dabei…

* Betrachte jene Sätze, die Gott als einen ansprechen, der fern ist, der nicht eingegriffen hat. Hattest du auch schon mal dieses Erleben? Wie wirkt das auf dein Gottesbild? Lausche in dein Herz, was diese Betrachtung in dir weckt…

* Betrachte jene Sätze, die Gott als einen ansprechen, der für uns sorgt. Wie sind hier deine Erfahrungen? Wo wünschst du dir, dass er für dich sorgt? Lausche in dein Herz, was diese Betrachtung in dir weckt…