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4. Woche
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
(Mt 5,6)


Das scheinbare Glück der Frevler
Psalm 73

Fürwahr, Gott ist gut für Israel, für alle, die reinen Herzens sind.
Ich aber - fast wären meine Füße gestrauchelt, beinahe wären ausgeglitten meine Schritte.
Denn ich habe mich über die Prahler ereifert, als ich das Wohlergehen der Frevler sah:
Sie leiden ja keine Qualen, ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.
Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen, sind nicht geplagt wie andere Menschen.
Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck, wie ein Gewand umhüllt sie Gewalttat.
Sie sehen kaum aus den Augen vor Fett, ihr Herz läuft über von bösen Plänen.
Sie höhnen und reden Böses, Unterdrückung reden sie von oben herab.
Sie reißen ihr Maul bis zum Himmel auf und lassen auf Erden ihrer Zunge freien Lauf.
Darum wendet sich das Volk ihnen zu, das Wasser ihrer Worte schlürfen sie gierig.
Sie sagen: Wie sollte Gott davon wissen? Gibt es Wissen beim Höchsten?
Siehe, so sind die Frevler: Immer im Glück, häufen sie Reichtum auf Reichtum.
Fürwahr, umsonst bewahrte ich lauter mein Herz und wusch meine Hände in Unschuld.
Und doch war ich alle Tage geplagt und wurde jeden Morgen gezüchtigt.
Hätte ich gesagt: Ich will reden wie sie, siehe, ich hätte das Geschlecht deiner Kinder verraten.
Ich dachte nach, um dies zu begreifen, Mühsal war es in meinen Augen,
bis ich eintrat in Gottes Heiligtum und einsah, wie es mit ihnen zu Ende geht.
Fürwahr, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund, du lässt sie in Täuschungen fallen.
Wie werden sie in einem Augenblick zum Entsetzen, werden dahingerafft, nehmen ein Ende mit Schrecken.
Wie einen Traum, nach dem Erwachen, mein Herr, verachtest du ihr Schattengebilde, wenn du aufstehst.
Ja, mein Herz war bitter und Schmerz bohrte mir in den Nieren.
Ich war ein Tor ohne Einsicht, wie Vieh bin ich gewesen bei dir;
aber ich bin doch beständig bei dir, du hast meine Rechte ergriffen.
Du leitest mich nach deinem Ratschluss, danach nimmst du mich auf in Herrlichkeit.
Wen habe ich im Himmel außer dir? Neben dir erfreut mich nichts auf Erden.
Mag mein Fleisch und mein Herz vergehen, Fels meines Herzens und mein Anteil ist Gott auf ewig.
Denn siehe: Die fern sind von dir, gehen zugrunde, du vernichtest alle, die dich treulos verlassen.
Ich aber - Gott nahe zu sein, ist gut für mich, ich habe Gott, den Herrn, zu meiner Zuflucht gemacht. Ich will erzählen von all deinen Taten.
Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen


Betrachtungsimpulse:

° Lies den Text aufmerksam. Lass dich davon berühren...

° Der Beter des Psalmes muss zusehen, wie "Frevler", Menschen, die Gottes Gebote übertreten, scheinbar ein besseres Leben genießen können als er selbst, der doch Gott treu ist. Untersuche den Text aufs Neue; kannst du den Weg entdecken, den der Beter zurücklegt, bis er am Schluss glücklich ist über sein Los?

° Kennst du die Grunderfahrung des Psalmisten: Menschen und Situationen, über die man sich einfach nur ärgern kann? Gibt es sie auch in deinem Leben? Was könnte dir helfen, wenn du deine Erfahrungen mit denen des Psalm-Beters vergleichst?

° Schreie - wie der Psalmist - Gott deine Wut über mögliche Ungerechtigkeiten in deinem Leben ins Gesicht... Erbitte dir von ihm Hilfe, ... und ein sehendes Herz, das den Wendepunkt entdeckt, der zum Guten führt...

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