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2. Woche
Königin Ester - Zur richtigen Zeit am richtigen Platz
Est 4,1-16

Als der Jude Mordechai von dem Vernichtungserlass gegen die Juden erfuhr, zerriss er seine Kleider, hüllte sich in Sack und Asche, ging in die Stadt und erhob ein lautes und bitteres Klagegeschrei. So kam er bis vor das Tor des Königspalastes; aber es war nicht erlaubt, im Trauergewand durch das Tor des Palastes zu gehen. Auch in allen Provinzen herrschte bei den Juden überall große Trauer, sobald der Erlass und das Gesetz des Königs eintrafen. Man fastete, weinte und klagte. Viele schliefen in Sack und Asche. Als die Dienerinnen und Eunuchen zu Ester kamen und ihr berichteten, erschrak die Königin sehr. Sie schickte Mordechai Gewänder, damit er sich bekleiden und das Trauergewand ablegen könne. Doch er nahm sie nicht an. Da rief Ester den königlichen Eunuchen Hatach, den der König zu ihrem Diener bestimmt hatte, und sandte ihn zu Mordechai, um zu erfahren, was vorgefallen sei und warum er sich so seltsam verhalte. Hatach ging zu Mordechai auf den Marktplatz vor das Tor des Palastes hinaus. Und Mordechai erzählte ihm alles, was geschehen war, und sagte ihm sogar, wie viel Silber Haman in die königlichen Schatzkammern liefern wollte, sobald er die Juden ausgerottet hätte. Er gab ihm auch eine Abschrift des Erlasses über die Ausrottung der Juden, der in Susa veröffentlicht worden war; ihn sollte Hatach Ester zeigen, ihr alles erzählen und sie dringend bitten, zum König zu gehen und ihn inständig um Gnade für ihr Volk anzuflehen. Hatach kam und berichtete Ester, was Mordechai gesagt hatte. Ester sandte Hatach wieder zu Mordechai und ließ ihm sagen: Alle Diener des Königs und alle Einwohner der königlichen Provinzen wissen, dass für jeden, Mann oder Frau, der zum König in den inneren Hof geht, ohne gerufen worden zu sein, ein einziges Gesetz gilt: Man tötet ihn. Nur wenn der König ihm das goldene Zepter entgegenstreckt, bleibt er am Leben. Ich bin schon dreißig Tage nicht mehr zum König gerufen worden. Man teilte Mordechai mit, was Ester gesagt hatte. Mordechai ließ Ester erwidern: Glaub ja nicht, weil du im Königspalast lebst, könntest du dich als Einzige von allen Juden retten. Wenn du in diesen Tagen schweigst, dann wird den Juden anderswoher Hilfe und Rettung kommen. Du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Wer weiß, ob du nicht gerade für eine Zeit wie diese jetzt Königin geworden bist? Ester ließ Mordechai antworten: Geh und ruf alle Juden zusammen, die in Susa leben. Fastet für mich! Esst und trinkt drei Tage und Nächte lang nichts! Auch ich und meine Dienerinnen wollen ebenso fasten. Dann will ich zum König gehen, obwohl es gegen das Gesetz verstößt. Wenn ich umkomme, komme ich eben um.
Text der Einheitsübersetzung 2016 der Bibel entnommen


Betrachtungsimpulse:

° Lies den Text aufmerksam und versuche die schwere Lage des jüdischen Volkes und der Königin Ester zu erfassen...
° Ester hat als Königin die Möglichkeit, für ihr Volk beim König zu bitten. Allerdings kann diese Bitte für sie zum Verhängnis werden. Versuche dich in Ester einzufühlen. Wie würdest du an ihrer Stelle handeln?
° Ester entscheidet sich, für ihr Volk einzutreten. Dies könnte ihr sogar das Leben kosten. Sie nimmt diese Gefahr auf sich und somit auch das Los der Juden, denen mit dem Vernichtungserlass dasselbe Schicksal droht. Kannst du Gottes Handschrift in dieser verworrenen Situation entziffern? Was aus dieser Geschichte ist auch für dein Leben relevant?
° Bete in den Anliegen, die dir eine Herausforderung sind...

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